HOME ARBEITEN/AKTUELLES BIOGRAFIE KONTAKT PRESSE   Millimeterarbeit Knochenarbeit Die Kunst der Tüte Bilder
mit anderen Worten
Klamotten,
Samt und Seide, Stoff
klein und fein, Osterhasen Es weihnachtet sehr Augenblicke
und Geheimnisse
Haschen nach Wind
Millimeterarbeit

... Das Besondere an diesem "Werk in Fortsetzung" besteht darin, dass sie nicht etwa jeden Tag ein neues Blatt herstellte. Vielmehr nahm sie sich immer wieder das gleiche vor, überarbeitete es, veränderte es stückweise oder von Grund auf und entwickelte es weiter, ohne zu wissen, wohin. Um allerdings den Zustand des jeweiligen Tages festzuhalten, legte sie das Blatt jedes Mal auf den Scanner ihres Computers und erhielt so in Ausdrucken, was tatsächlich immer nur eine vorläufige Fassung war, die sich unaufhörlich verwandelte. Entstanden ist so eine Art Tagebuch ... Für Ruth Knecht ist es zugleich eine verdichtete Fassung ihrer ganzen künstlerischen Tätigkeit.
Jürgen Kisters, Kölner Stadt - Anzeiger 7. 9. 2006

Schon bald begann ich, die Ausdrucke mit den unterschiedlichsten Techniken zu überarbeiten, zunächst von Hand, später auch mit dem Computer. Basierend auf Erinnerungen und Fragmenten führen die Bilder in die Welt des gegenwärtigen Augenblicks.

millimeterarbeit



millimeterarbeitKnochenarbeit

Ausgangspunkt sind Menschenknochen, die Ruth Knecht vor Jahren zufällig auf dem Erd-Abfall eines Friedhofs fand. Der Fund hatte sie erstaunt und erschreckt. Weniger weil es Knochen von Menschen waren. Sondern vielmehr, weil ihr plötzlich bewusst wurde, dass die moderne Konsumkultur in ihrem Geschäftsgebaren den Toten nicht einmal ihren Frieden und ihre ewige Ruhe belässt.
Seitdem bringt sie in malerisch-digitalen Collagen und rituellen Performances zum Ausdruck, dass alles menschliche Leben "Knochenarbeit" ist und zum Tode hinführt. Ruth Knecht kombiniert die Knochenfundstücke mit farbprächtigen Blumen oder lächerlichen Gartenzwergen und zeigt, dass wir das Leben nur angemessen verstehen und würdigen können, wenn wir es aus der Perspektive unseres unvermeidlichen Todes betrachten.

(Jürgen Kisters, Kölner Stadt-Anzeiger, 26. 8. 2010)






knochenherz